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Leserbrief Petra Bieli, Matzendorf

10.Oktober.2020

Gefährlicher Angriff auf den Lohnschutz

Wird über die Begrenzungsinitiative der SVP gesprochen, stehen häufig die wirtschaftlichen Argumente im Zentrum. Kein Wunder: Die Vorlage will unsere bestehenden Wirtschaftsbeziehungen zur EU beenden. Ein Bruch mit ihrer wichtigsten Handelspartnerin hätte für die Schweiz zweifellos massive Konsequenzen. Von einer Annahme der Vorlagebetroffen wären nicht nur zahlreiche Unternehmen, ebenso unglücklich wäre ein Ja auch für Tausende Arbeitnehmer. Klar ist: Mit dem Ende der Personenfreizügigkeit würden zugleich auch die flankieren-den Massnahmen auslaufen, die den Arbeitnehmern auf dem Schweizer Arbeitsmarkt den Schutzgegen Lohndiskriminierung bieten. Dieser Lohnschutz ist schliesslich direkt mit den bilateralen Verträgen verknüpft. Die Leidtragenden bei einer Ja-Mehrheit wären wie so oft jene, die heute schon am wenigsten verdienen: Arbeitnehmer im Baugewerbe, in der Gastronomie, im Tourismus –und in vielen weiteren Branchen. Fallen die bestehenden Lohnschutzmassnahmen weg, besteht die ernsthafte Gefahr, dass das gesamte Lohngefüge in unserem Land ins Rutschen kommt. Für mich ist klar: Mit einem Nein setzen wir uns für den Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen ein. Ich sage Nein zum Lohndumping und deshalb auch Nein zur Kündigungsinitiative!

Petra Bieli, Matzendorf




SP vor Ort